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IFA-Pokal Feld 2011 Lana (ITA)

Ihren ersten internationalen Auftritt absolvierten die Stammheimer Faustball am vergangenen Wochenende beim IFA-Pokal in Lana. Durch die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften 2009 hatte man sich für den europäischen Clubwettbewerb qualifiziert, bei dem neben den Landesmeistern aus Serbien, Tschechien und Italien auch die Zweit- und Drittplatzierten der nationalen Meisterschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilnehmen.

Einen Start nach Maß konnte Stammheim in der Vorrunde am Freitag verbuchen, denn gegen Auftaktgegner ÖTB Drösing gewann man klar in 2:0 Sätzen. Nachdem man den ersten Satz mit 11:6 klar dominiert wurde, schlichen sich im zweiten Durchgang einige Nachlässigkeiten ein, die einen Satzverlust in bedrohliche Nähe brachten. Durch zwei Schiedsrichter-Fehlentscheidungen und daraus resultierenden Diskussionen schien Stammheim aber wieder wachgerüttelt und kam nach der Abwehr von Satzbällen noch zum 12:10 Erfolg.

Erneut ohne den angeschlagenen Kapitän Alwin Oberkersch und nun auch ohne Hauptangreifer Marc Krüger, der bei Temperaturen von 38° eine Pause erhalten sollte, ging man in die zweite Partie gegen den Topfavorit der Gruppe FG Grieskirchen-Pötting. Nachdem die Oberösterreicher den ersten Satz mit 4:11 klar für sich entschieden hatten, wuchs Krüger-Ersatz Daniel Nacke im zweiten Durchgang über sich hinaus. Diesmal ohne Eigenfehler und mit guter Quote im Angriff führte er den TVS zum 11:5 Erfolg und somit zum Satzausgleich. Ausgeglichen wogte der Entscheidungssatz hin und her, und erst als sich Stammheim in der Abwehr zwei Nachlässigkeiten leistete, kam das Team um Österreichs Nationalangreifer Dietmar Weiß auf die Siegerstraße. Stammheim versuchte zwar durch die Einwechslung seines Kapitäns das Ruder nochmals herum zu reißen, aber mit zwei unerreichbaren Angriffen brachte Weiß die Punkte für sein Team unter Dach und Fach.

Nach der einkalkulierten Niederlage, stand für Stammheim das im Vorfeld als wichtigstes Spiel der Vorrunde deklarierte Spiel gegen SVD Diepoldsau an. Der derzeitige Tabellenführer der Schweiz war erst aufgrund der Absage des serbischen Meisters als Belgrad in das Teilnehmerfeld gerutscht, was der Zusammensetzung der Gruppe ein ganz neues Gesicht verlieh. Stammheim, das nun erstmals ins Bestbesetzung ins Spiel ging, zeigte sich von Anfang an in Spiellaune und gewann beide Sätze mit 11:8 und 11:7.

Bisher war für den TVS alles nach Plan verlaufen und alle taktischen Maßnahmen waren aufgegangen: Nach dem Sieg von Grieskirchen gegen Diepoldsau hatte man gegen den Gruppenfavorit seinen Angreifer Marc Krüger bei den enormen Temperaturen schonen können und dennoch einen Satz gewonnen. Gegen den nun erwartet härtesten Konkurrenten um den angestrebten zweiten Gruppenplatz konnte man eine starke Leistung abrufen und das Spiel gewinnen und bei der Verletzung von Alwin Oberkersch hatte man durch reduzierte Einsatzzeiten Vorsicht walten lassen.

Zu einem perfekten ersten Tag fehlte letztlich nur noch ein Satzgewinn gegen Elgg-Ettenhausen um sich den zweiten Gruppenplatz zu sichern, doch genau dieses Bewusstsein schien bei Stammheim den Schlendrian einreißen zu lassen. Ohne Jan Hoffrichter und Alwin Oberkersch ging man in dieses letzte Spiel, doch an mehr als 70% der eigenen Leistungsfähigkeit schien keiner der Stammheimer Spieler gehen zu wollen. Beim 8:11 Satzgewinn der Schweizer leistete Stammheim nur sporadisch Gegenwehr und baute den Gegner regelrecht auf, was diesen in einen wahren Spielrausch brachte. Im zweiten Satz zog Spielertrainer Hoffrichter zwar die Reißleine und stellte auf die Stammheimer "Top5" um, aber den Elgger Lauf konnte man nicht mehr aufhalten und verlor auch den zweiten Satz mit 5:11.

Anstatt den sicher geglaubten zweiten Gruppenplatz zu sichern, standen nun drei Mannschaften gleichauf in der Gruppe und nachdem alle Punkt- und Satzgleich waren (Diepoldsau hatte 2:0 gegen Elgg gewonnen), wurde das Ballverhältnis aus den Aufeinandertreffen dieser drei Mannschaften als entscheidendes Kriterium herangeführt. Diepoldsau und Elgg kamen demnach auf ein Ballverhältnis von +1, Stammheim auf -2.

Aufgrund zweier zu wenig erzielten Punkte bzw. des verschenkten Spiels gegen Elgg-Ettenhausen blieb für den TVS nur ein enttäuschender vierter Vorrundenplatz und das Verpassen der Endrunde um die Plätze 1-6.

Frustspiele pur standen also am Samstag noch an und nach einem 11:5 und 12:10 Sieg über den tschechischen Meister Zdechovice und einer 0:2  (8:11, 8:11) Niederlage gegen Drösing belegte man am Ende Rang 8. Den IFA-Pokal sicherte sich am Ende Stammheims Gruppenkonkurrent SVD Diepoldsau durch seinen Finalsieg gegen Kremsmünster, der zweite deutsche Teilnehmer TV Vaihingen/Enz sicherte sich Bronze vor Grieskirchen.

Der herzliche Dank des Teams geht an die mitgereisten Fans, die einmal mehr die mit Abstand größte Abordnung aller Teilnehmer stellten und das Team trotz der letztlich schwachen Platzierung jederzeit toll unterstützt haben.