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Ausrufezeichen in Vaihingen

am . Veröffentlicht in Hallensaison 2017/18

Der TV Stammheim verliert ein spannendes und dramatisches Auswärtsspiel in Vaihingen/Enz mit 4:5 (11:9, 7:11, 7:11, 6:11, 12:10, 11:3, 8:11, 11:5, 6:11) und kann zwar wieder keine Punkte verbuchen, setzt jedoch ein dickes Ausrufezeichen. Nach zweieinhalb Stunden Spielzeit hatte der TVS den Favoriten von der Enz am Rand einer Niederlage, konnte im neunten Satz jedoch nicht den Sack zu machen.

Stammheim beginnt am Samstagabend in Vaihingen zum traditionellen Derby mit einer der letzten verbliebenen Möglichkeiten einer Starting Five. In dieser Woche zurück im Kader war Routinier Alwin Oberkersch auf der Zweitschlag-Position. Die Abwehr bildeten Timo Heyenga, Fabian Israel und Christian Gayer, dessen Bruder Max Gayer der einzige nominelle Angreifer auf dem Feld war. Komplettiert wurde der Kader von den Rückkehrern Eric Rhein (gebrochene Speiche) und Matthias Volkmer (Schienbeinkantensyndrom).

Überraschend mutig startet Stammheim in den ersten Satz vor rund 200 Zuschauern am Alten Postweg. Nach einer 3:2-Führung für Vaihingen übernahm der TVS das Ruder und ließ in der Folge keine Vaihinger Führung mehr zu. Verdient und sicher geht der Auftakt mit 11:9 an Stammheim. Die Zuschauer in der Vaihinger Halle rieben sich verwundert die Augen nach diesem doch überraschenden Auftakt, auch vor dem Hintergrund der vielen Ausfälle, mit denen der Stammheimer Kader zu kämpfen hat. Doch die Hausherren konnten sich im folgenden zweiten Satz stabilisieren und Angreifer Kolja Meyer jetzt besser in die von ihm favorisierten Abschlusspositionen hoch über der Leine bringen. Nach einem 6:6-Ausgleich zog Vaihingen davon und markierte den Satzausgleich durch ein 11:7 im zweiten Satz.

Ein ähnliches Bild zeigte sich im dritten Satz. Die Stammheimer Strategie, Kolja Meyer mit der Angabe aus dem Spiel zu nehmen und so Jakob Kilpper in den Rückschlag zu zwingen ging nicht immer auf. Jedoch ließ Vaihingen den Stammheimern immer wieder Chancen, auch aufgrund des zu Weilen ungewohnt unpräzisen Zuspiels auf Vaihinger Seite. Nach einem ausgeglichenen Hin-und-Her zu Beginn des Satzes übernimmt dann aber Vaihingen die Führung, auch weil auf Stammheimer Seite Max Gayer nicht mehr jede Angabe druckvoll auf Meyer anbringt. Wie zuvor geht auch dieser Satz mit 11:7 an Vaihingen.

Nach einer 10-minütigen Satzpause schickte sich Stammheim an, im vierten Satz wieder auf 2:2 auszugleichen. Der TVS kann zwar nach einem 1:5 Rückstand noch auf 5:5 ausgleichen, danach gelingt jedoch nur noch ein Punkt und Vaihingen sichert sich den vierten Satz mit 11:6 und stellt auf 3:1 in Sätzen.

Ein wirklicher Krimi entwickelt sich dann im fünften Satz als Stammheim bereits mit 8:9 ins Hintertreffen geraten war, aber mit vorbildlicher und kämpferischer Manier die Vorentscheidung abwendet und in der Verlängerung mit 12:10 den Anschluss herstellt. Auf Vaihinger Seite hatte Spielertrainer Marco Lochmahr inzwischen reagiert und Marc Krüger kurz vor Ende des Satzes in der Angabe eingewechselt. Doch auch der ehemalige Stammheimer konnte den Erfolg des TVS nicht verhindern

Eine beeindruckende Vorstellung von Stammheim folgte dann im sechsten Satz. Vaihingen konnte keinerlei Druck entwickeln und Max Gayer nutzte im Angriff alle Chancen, die sich ihm boten hervorragend. Der deutliche Satzgewinn mit 11:3 brachte die Vaihinger Halle zum Schweigen. Mit 3:3 ging es in die zweite Satzpause, in der nochmal die letzten Kräfte vor dem spannenden Showdown gesammelt wurden.

Schlag auf Schlag ging es in den Sätzen sieben und acht. Krügers jetzt stärkere Angabe sicherte zunächst Vaihingen mit 11:8 Satz Nummer sieben und brachte die 4:3-Führung. Eine jetzt auf allen Positionen bärenstarke Stammheimer Leistung sorgte jedoch mit 11:5 für den 4:4-Satzausgleich. Seit der zweiten Pause hatte Vaihingen dann durch einen weiteren Wechsel auf die Aufstellung mit dem Prädikat "Routine" gestellt. Mit 30,2 Jahren lag der Altersschnitt der Vaihinger über fünf Jahre über dem der Stammheimer. Marco Lochmahr war nun auf der Mittelposition im Spiel.

Es musste also im neunten und letzten Satz entschieden werden, wer die Punkte aus diesem Derby mitnimmt. Bis zum Seitenwechsel kann sich kein Team richtig absetzen, bei 6:4 für Vaihingen werden die Seiten getauscht. Dann eine strittige Szene in einer Blocksituation. Kolja Meyer versucht ein zu weit gespieltes Zuspiel zu retten und wird in der Szene vom Ball im Gesicht erwischt. Schiedsrichter Nicolas Bitsch wertet die Szene zunächst korrekt als Vorteil Stammheim denn er entscheidet, dass Meyer die Leine berührt hat bei seinem Hechtsprung ins Stammheimer Feld. Nach heftigen Protesten der Vaihinger nimmt der Schweinfurter Schiedsrichter die Entscheidung zurück und lässt die letzte Angabe wiederholen. Diesen nichtgegebenen Punkt sichert sich in der Folge der TVV und auch im Endspurt des Satzes markieren die Vaihinger die wichtigen Punkte. Mit 11:6 gewinnt Vaihingen den neunten Satz letztlich verdient und sichert sich die zwei Punkte im Derby.

Eine spielerisch hochwertige und kämpferisch erstklassige Leistung des TVS wird in diesem Spiel nicht belohnt - die nächste Gelegenheit zur Belohnung ist dann am kommenden Wochenende, wenn man am Samstag in Pfungstadt auf den amtiererenden Deutschen Meister trifft.

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