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Ein doppelter Abschied

am . Veröffentlicht in Hallensaison 2017/18

Am verganenen Samstagabend stand für den TV Stammheim das vorletzte Spiel der Bundesligasaison an. Dieses Spiel ging mit 0:5 gegen den TV Käfertal verloren, war an diesem Abend aber die Nebensache. Zu deutlich war der Sieg für Käfertal, das Stammheim keine Chance ließ.

Schon vor dem Anpfiff wurde es emotional: in einem über fünfminütigen Video bedankte sich der TV Stammheim bei seinem langjährigen Cheftrainer Jogi Bork für acht intensive Jahre. Nach dieser Hallensaison wird Bork vom Cheftrainer-Posten zurücktreten und ab der Feldsaison nicht mehr an der Seitenlinie stehen.

Neben Jogi Bork wurde auch Jan Ehrhardt verabschiedet, der den TV Stammheim verlässt. Nach mehr als sechs Jahren im Trikot des TVS wird Kapitän Ehrhardt ab der Feldsaison nicht mehr zur Verfügung stehen. Zur Hallensaison 2011/2012 war Ehrhardt vom TV Waldrennach nach Stammheim gewechselt. Der jetzt anstehende berufliche Wechsel nach Frankfurt lässt keinen geregelten Trainingsbetrieb mehr zu und so verlässt Ehrhardt Stuttgart und auch den TV Stammheim. Bitter ist sicherlich, dass Jan Ehrhardt in seiner letzten Saison nur eine Handvoll Spiele bestreiten konnte. Ein gebrochenes Wadenbein mit Riss des Syndemosebands zwangen Ehrhardt zur längeren Verletzungspause. Mit dem TV Stammheim stieg Jan Ehrhardt drei mal in die 1. Bundesliga auf und qualifizierte sich in seiner zweiten Hallensaison für die Deutsche Meisterschaft 2013. Als langjähriger Führungsspieler und Leistungsträger auf Abwehr- und Mittelposition wird der 25jährige dem TVS schmerzlich fehlen. Der TVS bedankt sich bei Jan Ehrhardt für über sechs Jahre harten Einsatz, bedingungslosen Kampfeswille und die Bereitschaft bis an die absolute Schmerzgrenze zu gehen.

Nach der Verabschiedung von Bork und Ehrhardt schenkte der TVK den beiden kein Abschiedsgeschenk. Kurzen Prozess machten Stoklasa und Co. und ließen beim 5:0 aus Mannheimer Sicht nichts anbrennen.

Dann wurde es emotional. Ein letztes Mal verabschiedete sic Jogi Bork vom Stammheimer Publikum. Bork war 2010 zum TV Stammheim gestoßen und coachte das damalige Team sofort zum Deutschen Meistertitel in der Halle. Auch im Folgejahr gelang die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft und in der gleichen Saison konnte Stammheim den Vize-Europapokal erringen. Diese zwei Jahre kennzeichnen damit die erfolgreichsten Jahre des TV Stammheim. In den folgenden Jahren begleitete Bork den TVS weiter als Cheftrainer und war vor allem dazu bereit, in Sachen sportliche Erfolge zurückzustecken. Nach Ende der Ära Krüger/Nacke/Hoffrichter leitete Bork den ersten Umbruch ein und formte das Team, welches in den folgenden knapp vier Jahren das Flaggschiff des TVS darstellte. Maßgeblich war der Umbruch spürbar, als Stammheim sich in den Folgejahren mit einem stark verjüngten Team zur Aufzugmannschaft zwischen 1. und 2. Bundesliga entwickelte.

Doch es wäre nicht korrekt, die reinen Resultate zu betrachten. Jogi Bork führte die Trainingssteuerung des TV Stammheim in die Professionalität. Mit drei angebotenen Trainingseinheiten pro Woche und unzähligen Individualeinheiten, speziell mit den Angreifern, hatte man beim TVS in den letzten acht Jahren sicherlich mit die professionellsten Trainingsbedingungen im Faustball überhaupt. Mit unermüdlicher Fähigkeit, die Spieler immer wieder neu zu motivieren gelang es Bork aus den Jugend-Jahrgängen 1992-1996 fast alle Spieler in den Aktivenbereich zu führen. Mehrere Trainingslager im In- und Ausland fallen ebenfalls in Borks Amtszeit. Mit absoluter Professionalität und großer Akribie wurden die Trainingsgeschicke durch Jogi Bork geleitet.

Doch nicht nur für die Männer war Bork ein erstklassiger Trainer. Auch die Frauen wurden zwischenzeitlich von Jogi Bork gecoacht als Unterstützung zu Michael Wettenmann. Auch im Frauen-Bereich gelangen große Erfolge: aktuell ist das Team in der 1. Bundesliga in Halle und Feld und hat zuletzt dort den Klassenerhalt mit einem vierten Platz in der Premierensaison souverän gesichert.

Den zweiten Umbruch im Männerbereich leitete Bork dann im vergangenen Jahr ein, nach dem Wegfall von Niklas und Jan Ehrhardt und dem Karriereende von Philipp Kowalik wurde erneut verjüngt und so wird die erste Mannschaft jetzt von Spielern der Jahrgänge 1992 und jünger geführt. Die einzige Ausnahme bildet Alwin Oberkersch. Der ewige Routinier im Stammheimer Kader musste in der Hallensaison wieder notgedrungen fest zurück aufs Feld. Der 37jährige ist körperlich zwar topfit, würde das Geschehen aber in Zukunft auch gerne öfter von der Seitenlinie verfolgen. Er ist es auch, der Jogi Bork als Cheftrainer beerben wird.

Mit Alwin Oberkersch übernimmt ein absolutes Faustball-Urgestein des TV Stammheim den Trainerposten. Neben 20 Jahren Faustballerfahrung im TVS ist Oberkersch inzwischen auch TVS-Geschäftsführer und dem Verein somit auf vielen Ebenen verbunden. Von der aktuellen 1. Mannschaft hat Oberkersch nahezu alle Spieler den gesamten Jugendbereich trainiert und kennt die Spieler auch aus vielen Jahren als Teammanager und Betreuer bestens. Auch wenn die Voraussetzungen auf den ersten Blick gut erscheinen, so wird Oberkersch sicherlich viel Arbeit erwarten, will er aus dem aktuellen Kader wieder ein Team mit Perspektive Bundesliga formen. Man hofft dass die Verletzten Matthias Volkmer und Ueli Reißner in der Feldsaison möglichst früh wieder zum Team stoßen können und so den Kader in Spitze und Breite wieder verstärken können.

Der TV Stammheim dankt Jogi Bork und Jan Ehrhardt für das langjährige Engagement und das überaus hohe Maß an Einsatzbereitschaft. Beiden ist Gesundheit, privates und berufliches Glück zu wünschen. Jogi Bork wird sich voraussichtlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden.

Nach dem letzten Spiel der Saison, welches nächste Woche in Calw bestritten wird, geht der Blick der Verantwortlichen des TVS dann bereits in Richtung Feldsaison.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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